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LANDESTAG „SCHULE OHNE RASSISMUS- SCHULE MIT COURAGE“ IN MAGDEBURG

Als wir in Magdeburg ankamen erhielten wir die Zettel, auf denen nachzulesen war in welchem Workshop wir sind. Danach gingen wir zur Bühne um uns das Einführungsprogramm anzusehen. Damit alle richtig wach wurden hat man sich etwas sehr interessantes überlegt: zusammen mit einem Rapperhaben wir ein Lied gesungen. Danach haben mehrere Personen kleine Reden gehalten. Als diese fertig waren gingen wir zu unseren Workshops.

Mein Workshop war: "Mein Freund auf der anderen Seite". Dort angekommen wurden wir von Stephan Krawczyk begrüßt. Nachdem er uns zwei seiner selbstgeschriebenen Lieder vorgespielt hat, erzählte er uns von seinem Leben in der DDR. Er war ein Sänger der kein Blatt vor den Mund nahm. Seine Lieder hat er über die Probleme der Menschen, den Machtmissbrauch und viele andere damalige Tabu-Themen geschrieben. Er bekam deshalb ein Berufsverbot. Da dies in den Kirchen nicht galt, solange die Veranstaltung in einem kirchlichen Rahmen blieb, spielte er nur noch in diesen. Die Regierung konnte nichts dagegen unternehmen, deshalb ließen sie einfach die Busse ausfallen, die in die näheren Orte fuhren wenn er spielte. Sie verwanzten das Haus in dem Stephan Krawczyk mit seiner Frau lebte, nahmen ihm seine Fahrerlaubnis ab und versuchten ihn und seine Frau mit Nervengas im Auto verstummen zu lassen. Dies überlebten beide zum Glück und später gelang es ihnen dann auch in den Westen zu ziehen.

Als er fertig war zu erzählen, beantwortete er unsere Fragen und spielte uns noch einige

Lieder vor. Nach einer fünf minütigen Pause las er uns aus dem Buch, welches er geschrieben hat vor: "Mein bester Freund wohnt auf der anderen Seite". In diesem Buch hat er mehrere kleine, wahre Begebenheiten verschiedener Menschen zu einer Geschichte zusammengefasst.

Es geht dort um zwei Jungen die sich im Fernsehturm begegnen. Beide sind mit ihrer Klasse dort. Der eine kommt aus dem Westen, der andere aus dem Osten. Sie unterhalten sich über Musik und kommen schnell auf die Gruppe ACDC, welche beide gerne hören. Sie tauschen ihre Adressen aus, um sich gegenseitig schreiben zu können. Dies machen sie auch, doch es bleibt nicht unbemerkt. Der Junge aus dem Osten soll den anderen Jungen für die Stasi bespitzeln. Da er dies nicht macht, wird ihm sein Studium gestrichen und sein Vater nimmt immer mehr Abstand zu ihm, um nicht auch Schwierigkeiten zu bekommen. Er lernte Tischler und neun Jahre nachdem die beiden Jungen sich das erste Mal getroffen haben wurde sein Ausreiseantrag genehmigt.

Die Dinge, die er uns erzählte zeigten uns wie gefährlich es damals war seine Meinung zu sagen und mit welchen drastischen Mitteln versucht wurde, die Menschen gefügig zu machen.

Es gab für jeden ein kostenloses Mittagessen und Getränk, welches wir uns vor dem Abschlussprogramm holten. Als dieses zu Ende war fuhren wir mit den Bussen zurück nach Halle.

[Or, 18-10-18]