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FELIX BERNSTEIN - ZWEITE ERGäNZUNG 

Bismarck, M. ; Schmerling, S.: "Felix Bernstein: Ein ehemaliger Privatdozent der Vereinigten Friedrich-Universität Halle-Wittenberg", Reports on Didactics and History of Mathematics, Nr. 24-2007

Der Artikel der Autoren Bismarck und Schmerling aus dem Jahre 2007 behandelt vor allem Felix Bernsteins Zeit als Privatdozent der hiesigen Universität. Der angefügte tabellarische Lebenslauf gibt uns weitere Auskünfte über die hallische Zeit der Bernsteins. 

Biografische Informationen aus der Publikation:
- Die Mutter Felix Bernsteins war Sophie Bernstein, geboren in Halle als Sophie Levy
- Felix B. wurde zusammen mit seinen Geschwistern am 9. April 1887 in der evangelischen Nicolai-Kirche in Berlin getauft (die Eltern waren liberale Juden, die selbst Mitglieder der jüdischen Gemeinde waren und ihr Kinder protestantisch erziehen ließen)
- Konfirmation am 3. April 1892 in der Marktkirche Halle
- Besuch der Vorschule in Halle von Michaelis 1883 bis Michaelis 1886
- Ab Michaelis 1886 Besuch des Stadtgymnasiums 
- Studium der Mathematik an der Königlichen Vereinigten Friedrichs-Universität in Halle-Wittenberg vom 19.10.1896 bis 12.10.1897 und wiederum vom 03.05. bis 15.08.1899; hier Vorlesungen von Georg Cantor und A. Gutzmer gehört 
- Dazwischen und danach Studium der Mathematik in Berlin und Göttingen (Vorlesungen bei M. Planck und David Hilbert und Felix Klein besucht)
- Anfertigung einer von Cantor angeregten Dissertation zum Thema "Untersuchungen aus der Mengenlehre"
- 2. März 1902 Promotion zum Dr. phil. mit dem Prädikat "magma cum laude" (Prüfungsfächer: Mathematik, Physik, Philosophie)
- 29. Oktober 1902: Antrag auf Zulassung zur Habilitation im Fach Mathematik an die Hohe philosophische Fakultät der vereinigten Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg
- 27. April 1903: Habilitation mit der Arbeit "Über den Klassenkörper eines algebraischen Zahlkörpers" (im historischen Archiv der IGS.Halle vorhanden)
- 1903 bis 1907: Privatdozent in Halle
- 27. September 1913: Verheiratung mit der 1890 geborenen Mathematikstudentin Edith Magnus (Tochter des Hamburger Bankiers Max Magnus)
- 24. Juli 1914 Geburt des Sohnes Ulrich
- Während des I. WK mehrmalig vom aktiven Wehrdienst aus gesundheitlichen Gründen befreit
- 17. April 1917 Geburt der 'Tochter Marianne
- Ab 1. Dezember 1932 Gastvorlesungen in den USA
- 1933 Entlassung aus der Göttinger Universität unter Beibehaltung der Bezüge bis zum Dezember 1934
- 25. April 1933: vom Kultusministerium mit sofortiger Wirkung beurlaubt (am gleichen Tage telegraphische Mitteilung an Frau Bernstein, die sich in Deutschland befand)
- 1936 bis 1943 Professor für Biomtrie in den USA
- 1949 in Göttingen rehabilitiert und als Professor emeritus der Göttinger Universität wieder eingesetzt

[Bk 22-06-2010]

Reports of History of Mathematics No. 24 (2007)