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HISTORISCHE RECHERCHEN FüHREN UNS NACH COTTBUS 

Bei den Nachforschungen zum Leben Felix Bernsteins sind wir auf eine interessante Diplomarbeit gestoßen, die 1977 an der Uni Göttingen im Bereich Mathematik eingereicht wurde. Die damalige Diplomandin, Frau Magdalene Frewer, hat das gesamte wissenschaftliche Werk Felix Bernsteins analysiert und ihre Erkenntnisse in einer Diplomarbeit zusammengefaßt.  Obwohl selbst angehende Mathematikerin hat sich Frau Frewer bemüht, auch die Bernsteinschen Publikationen zur Humangenetik/Medizin/Biologie zu analysieren und deshalb auch Vorlesungen aus diesen Bereichen in Göttingen besucht.
Leider ist diese Arbeit nur in wenigen Universitätsbibliotheken vorhanden und kann dort nur vor Ort eingesehen werden. Deshalb machte es Sinn, Frau Frewer per Internet zu suchen, um Kontakt mit Ihr herzustellen. Dieses gelang auch in kurzer Zeit. Frau Frewer, verheiratet Frewer-Sauvigny, lebt heute in Cottbus und ist dort Leiterin der Universitätsbibliothek der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU). Eine zweite mathematikhistorische Arbeit zu Felix Kleins mathematischem Lesezimmer an der Göttinger Universität war ihr Einstig in das Bibliothekswesen. Nach intensivem Mailverkehr zum Thema "Felix Bernstein" folgte eine Einladung nach Cottbus, um die Diplomarbeit und anderes Material vor Ort studieren zu können. Natürlich schlug Frau Frewer-S. auch vor, "ihre" Bibliothek in Augenschein zu nehmen und ihr Mann, der Professor der Mathematik (Analysis, partielle Differentialgleichungen) an der BTU ist, erklärte sich bereit, auch seinen Arbeitsplatz vorzustellen. der viertägige Aufenthalt in Cottbus (bei tropischen Temperaturen) erwies sich mehr als nützlich, da man als Mathematiklehrer mit zwei ehemaligen Mathematikstudenten aus Göttingen (Mekka der Mathematik bis 1933) natürlich über mehr als nur über "Felix Bernstein" sprechen kann.   

Das wirklich tolle Gebäude der Bibliothek (offizieller Name: IKMZ = Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum der BTU) ist vom Architektenbüro Herzog & de Meuron projektiert worden (die gleichen Architekten haben auch die »Allianz Arena« in München, das Olympiastadion in Peking, die Tate Gallery of Modern Art in London geschaffen) und wird seit Ende 2004 von der Uni genutzt. Frau Frewer-S. "thront" in der 7. Etage über ihrer Bibliothek und hat einen wundervollen Blick über Cottbus. Das Gebäude gehört schon zum Campus und die Mathematik/Informatik ist nur einen Steinwurf weit entfernt. Der Eindruck, den diese vergleichsweise kleine Technische Universität macht, ist sehr positiv. Sie sollte auch als Angebot für unsere Abiturienten von Interesse sein. 

Als kulturelle Umrahmung wurde der Branitzer Park besucht, der in der Stadt liegt und von Fürst Pückler-Muskau geschaffen wurde. Das auf einem ehemaligen Kasernenhof aufgeführte Stück "Der Hauptmann von Köpenick" mit Fahrt in Oldtimern und vielen kleinen Bühnen kann als gelungenes Event angesehen werden.

Als Dank für die Bereitstellung der Materialien und den Rundgang durch die TU wurden Frau Frewer-S. und Herr Sauvigny nach Halle eingeladen, um in einem mathematik- und kulturhistorischen Rundgang auf die Reize unserer Stadt aufmerksam zu machen.

Links:
- BTU Cottbus (Startseite) und Fakultäten der Uni
- IKMZ der BTU
- Park und Schloss Branitz in Cottbus
- Lausitzer Rundschau "Berliner Schnauze auf dem Kasernenhof"

[Bk 13-07-10; Fotos in der BTU Cottbus aufgenommen von B Budnik]

FOTOS VON DER BRANDENBURGISCHEN TECHNISCHEN UNIVERSITäT COTTBUS

Prof. Sauvigny vor der Bibliothek der BTU

Frau Frewer-Sauvigny mit ihrer Diplomarbeit und einem Foto Felix Bernsteins in ihrem Arbeitszimmer im 7. Stock der Bibliothek