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ISRAEL - ERFAHRUNGEN SAMMELN IN EINEM SCHWIERIGEN LAND

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft für Halle und Umgebung führt jährlich politische Bildungsreisen nach Israel durch. Die Teilnahme wird durch die Landeszentrale für Pol. Bildung Sachsen-Anhalt gefördert. Inhaltlich geht es darum, Land und Leute, Geschichte und Entwicklungen inklusive aller Konflikte "hautnah" zu erleben. Israel ist klein - das erleichtert die Organisation von Exkursionen kreuz und quer durch das Land; sein Konfliktpotenzial ist aber riesengroß - und das begleitete uns auf der Fahrt von der ersten bis zur letzten Minute.

14 Sachsen-Anhaltiner, darunter 4 Lehrer, gehörten zur Gruppe, die ein Riesenprogramm inkl. 4 Gesprächsrunden mit Israelis und Palästinensern bewältigen wollte und - dank der perfekten Organisation durch unseren israelischen Begleiter Meir Wasserman - ohne Abstriche mit einem täglichen Pensum von 10 bis 12 Stunden auch schaffte.  Mit einem Kleinbus mit gleichem Fahrer und israelischen Guide unterwegs (nur im palästinensischen Autonomiegebiet wechselten Fahrer, Guide und Bus - schon Ausdruck eines Problems) wurden die Stationen Tel Aviv, Yaffa, Netanya, Haifa, Acco, Nazaret, See Genezaret, libanesische Grenze, Golan, syrische Grenze, Jericho, jordanische Grenze, Totes Meer, Massada, Jerusalem sowie in der Westbank (Westjordanland) Beit Jala, Bethlehem und die israelische Siedlung Betar Illit angefahren. Es wurden mehrere Kibbutzim aufgesucht, darunter ein noch nach "sozialistischen" Prinzipien funktionierender Kibbutz sowie eine Behindertenwerkstatt im Palästinensergebiet, die enge Kontakte auch nach Halle pflegt. Es gab Gesprächsrunden mit in Israel lebenden "Deutschsprechenden" (eine Schriftstellerin aus Rostock, eine dänische Gymnasiallehrerin, eine Siedlerin aus Frankfurt a. M. , einem in Westdeutschland aufgewachsenen Palästinenser, der einen internationalen Friedensdienst in Ostjerusalem ableistet sowie dem Sohn eines früheren bundesdeutschen Diplomaten, der nun als Journalist in Israel lebt).  Wir durchfuhren A-, B- und C-Gebiete der Palästinenser (südliche Westbank, nördliche Westbank, Ostjerusalem), den Golan und blickten über drei von 4 Grenzen, wovon zwei davon total geschlossen sind (zum Libanon und Syrien). Wir spürten in Gesprächen immer wieder, wie wichtig die Jahre 1948 und 1967 für den israelischen Staat sind. Wir lernten die Breite des jüdischen Glaubens kennen (von Reformern bis zum ultra-orthodoxen Juden) und spürten auch die scheinbar unüberwindlichen Gegensätze zwischen den Israelis und Palästinensern. Hoffnung gaben uns Bemerkungen bei vielen unseren Gesprächspartnern, endlich Ruhe und Frieden haben zu wollen.

Wir erlebten am ersten Samstag einen Shabbat, besuchten eine Reformsynagoge, waren am Holocaust-Erinnerungstag (08.04.13) in Israel und erlebten die Vorbereitungen auf den Unabhängigkeitstag (15.04.13). In Yad Vashem legten wir einen Kranz nieder.

Auch wurde versucht bezüglich unserer schulgeschichtlichen Recherchen (in diesem Falle zu Biografien jüdischer Abgänger des Stadtgymnasiums) weitere Ergebnisse zu erzielen. Leider konnte das Treffen mit einem Enkel von Kurt Bauchwitz, der in Israel lebt, nicht stattfinden und auch war es nicht möglich, in Yad Vashem an Originaldokumente bzw. online nicht veröffentlichte Informationen zu gelangen. Dies ist sehr Schade, aber nicht zu ändern.   
Unser Guide, Meir Wasserman, wird ab Ende Juni in Halle sein. Er wurde zu einer Gesprächsrunde in die Schule eingeladen.

Zu den Fotos:
1+2 Kranzniederlegung in Yad Vashem
3+4 Besuch in der Behindertenwerkstatt "Lifegate" in Beit Jala nahe Bethlehem (palästinensisches Autonomiegebiet)
5 Unser israelischer Begleiter Meir Wasserman
6 Vor der Knesset
7+8 Arabische Kinder auf dem Weg zum Tempelberg; vor dem Felsendom
9 Blick vom Zugang zum Tempelberg auf die Klagemauer
10 Rundgang in einer kürzlich wieder eröffneten Synagoge im jüdischen Viertel von Jerusalems Altstadt

11 Besuch in eim Kibbutz am See Genezareth (hier die Bibliothek)
12 Via Dolorosa (Kreuzweg) in Jerusalems Altstadt
13 In Ostjerusalem - Führung durch Kayed Sagalla vom Zivilen Friedensdienst durch das arabisches Wohnviertel Silwan* mit Haus eines israelischen Siedlers im Hintergrund
14 Eingang zur Altstadt von Jerusalem - rechts ein aus Äthiopien stammender israelischer Soldat
15 - Im arabischen Viertel der Altstadt - das Haus eines jüdischen Siedlers
16+17 Ein Checkpoint - Übergang vom israelischen Teil zum palästinensischen Autonomiegebiet
18 Die Siedlerin Hannah Porat (Verein Sieben Gebote Noahs e.V.) in Betar (Stadt orthodoxer Juden hinter der Grünen Linie) erklärt die Stadtlage
19 Gespräch mit Katharina Höftmann, einer Rostockerin, die in Tel Aviv lebt
20 Gespräch mit einer dänischen Lehrerin und ihrer Tochter, die auf den Golan-Höhen leben

21 An der israelisch-jordanischen Grenze: an dieser Stelle des Jordan soll Johannes Jesus getauft haben; die Grenze verläuft in der Mitte des Flusses
22 Eine weitere biblische Sehenswürdigkeit: Abrahams Tor, an der alten israelisch-syrischen Grenze (bis zum Sechstagekrieg 1967)
23 Mit unserem aarabischen Guide am Eingang der Geburtskriche in Bethlehem
24 Ein ehemals syrischer und dann israelischer Bunker auf den Golan-Höhen - heute Touristenanziehungspunkt - im HIntergrund der höchste Berg des Golan, über den die syrisch-israelische Grenze verläuft
25 Eine jüdische Familie feiert das Ende des Shabbat (in Karei Deshe am See Genezareth)
26 Gespräch mit Ulrich Sahm, einem Journalisten
27 An der Grenze zum Libanon (am "Finger" Galiläas)
28 Mit einer Seilbahn zum Massada-Plateau am Toten Meer
29 Sonnenaufgang am See Genezareth
30 Unser israelischer Reisebus

Links
- Deutsch-Israelische Gesellschaft Halle und Umland
- "Lifegate" - deutsche Seite; Google Maps
- Yad Vashem (auch neuerdings auf deutsch)
- Informationen zu U. Sahm
- Informationen zu Katharina Höftmann
- NZZ zu Siedlungen in Israel "Wir bleiben hier" und Informationen zu Betar Illit; Betar in Google Maps
- Kibbutz Shaar Hagolan im Süden des Sees Genezareth, direkt an der jordanischen Grenze gelegen (Google Map)
- Die jüdische Festung Massada
- Die "Grüne Linie" und Israels Grenzen
- An der Blauen Linie im Norden Israels
- Merom Golan mit Blick auf Al Quneitra in Syrien (2km von der UN-Pufferzone entfernt)
- Taufe an heiliger Stelle imJordan
- Fahrt mit einer Seilbahn von Jericho zu einem griechisch-orthodoxen Felsenkloster (mit Blick auf Flüchtlingslager im Norden Jerichos; Jericho ist A-Zone gelegen in einer B-Zone)
- Jerusalem (Google Maps). Altstadt, arabischer Stadtteil Silwan in Ostjerusalem
- Madaa Creativ Center in Silwan

PS: ein Dankeschön an die DIG Halle (Frau Ch. Vogel) und dem israelischen Reisebüro Shalom Reisen Köln sowie ein besonderer Dank an Meir Wasserman aus Jerusalem für die perfekte Organisation der Bildungsreise.

Zur 2. Seite der Israelreise (Yad Vashem)
Zur 3. Seite der Israelreise (Lifegate Rehabilitation)

B. Budnik
[Fotos Bk; 14-04-13]

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*Projekt des Zivilen Friedensdienstes der GIZ. Dort befindet sich das  Madaa Creative Center, das von einer Partnerorganisation der GIZ betrieben und von Friedensfachkräften des ZFD unterstützt wird. Madaa ist das einzige offizielle Gemeindezentrum im arabischen Stadtteil Silwan in Ost-Jerusalem. Silwan und seine Bevölkerung sind vom israelisch-palästinensischen Konflikt in besonderem Maße betroffen. Seit Jahren kommt es hier immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Für das historische Schularchiv wurde in Yad Vashem das Buch " Lexikon der Gerechten unter den Völkern - Deutsche und Österreicher" erworben.
Exkursionsroute (rote Linie) und Übernachtungsorte (blaue Kreuze)
Abbildung
Foto: C. Vogel