Logo IGS

EIN KRANZ FüR YADVASHEM

Durch den dreitägigen Aufenthalt in Jerusalem ergab sich die Chance, im Dokumentationszentrum von Yad Vashem  nach weiteren Informationen über die jüdischen Personen zu suchen, deren Stolpersteine in Halle die IGS finanziert und deren Patenschaft sie übernommen hat: Dr. Albert Müller (heutige Adresse Albert-Schweitzer-Str. 54) und Ida Elkan (Am Steintor 8).
Die online-Recherche in der Datenbank von Yad Vashem ergab, dass Informationen zu beiden Personen vorhanden sind.
Hier die beiden Datensätze:
>> zu Albert Müller
>> zu Ida Elkan
Die Informationen in Yad Vashem stammen also zu beiden Personen aus Deportationslisten bzw. Häftlingslisten des Lagers Theresienstadt.
Eine Yad Vashem-Datenbank gibt Auskunft über die Deportationen.
Hier der Link zur Datenbank.
Eine Recherche in der Transportliste, auf der Ida Elkan aufgeführt sein müsste, ist nicht möglich (Transport V/8 29/03/1943 von Dresden nach Theresienstadt).
Zu Albert Müller gibt es Angaben aus einer Verfolgten- und Deportationsliste für Halle vom 30-31/05/1942. Die Liste lässt sich nicht online recherchieren. Aus der Datenbank der Deportationszüe lässt sich auf den Zug Da57 von Kassel nach Lublin schließen, der nach Datenbank sein Ziel am 1. Juni 1942 erreichte (online-Recherche zur Transportliste nicht möglich). Dies stimmt mit den uns bekannten Informationen überein. Albert Müller wurde in Sobibor ermordet. Zu diesem Lager gibt es in Yad Vashem ein Forschungsprojekt (Ergebnis-Recherche nicht möglich). In der Gedenkhalle sind 22 Vernichtungs- und Konzentrationslager aufgeführt, die für Hunderte in ganz Europa stehen. Sobibor ist darunter. 
Yad Vashem gibt Gedenkblatt-Formulare über Opfer des Holocaust in verschiedenen Sprachen heraus, auf denen Informationen zu jüdischen Holocaust-Opfern eingereicht werden können. Zu den beiden oben genannten Personen scheint es diese nicht zu geben. Im Museum zur Geschichte des Holocaust befindet sich die berühmte "Halle der Namen". Dahinter gibt es eine frei zugängliche computergestützte Recherchemöglichkeit, die aber leider auch nur die überall abrufbaren online-Daten zur Verfügung stellt.
"Im Juni 2012 wurde in Yad Vashem die Eröffnung des Zentrums zur Erforschung der Juden in Deutschland während des Holocaust bekanntgegeben. Ziel der neuen Einrichtung ist es, die Forschungstätigkeit zur Geschichte des Holocaust in Deutschland zu fördern, Original-Forschungsarbeiten und Dokumentensammlungen in hebräischer Übersetzung herauszugeben und die Zusammenarbeit mit Forschungszentren in Israel und außerhalb voranzutreiben, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit diesem Thema beschäftigen." (Quelle)
Die Forschungsprojekte von Yad Vashem können für uns auch in Zukunft auf weitere Informationen zu uns interessierenden jüdischen Abgängern der Schule hoffen lassen.

------------------------------------------------------------------------------
Unsere Gruppe legte in Yad Vashem im "Tal der Gemeinden" einen Kranz mit der Aufschrift "Halle - Deutschland" nieder. Gedacht wird hier der durch die Nazis ausgelöschten jüdischen Gemeinden Europas. Wir sahen einen Originaldeportationswaggon der Deutschen Reichsbahn und waren zutiefst bewegt in der Kindergedenkstätte (in einer unterirdischen Höhle wird der 1,5 Mio ermordeten jüdischen Kinder gedacht). Partisanenpanorama und vor allem der Garten der Gerechten (gedacht wird Nicht-Juden, die ihr Leben für die Rettung jüdischen Lebens aufs Spiel setzten) zeigten, dass es auch während der Nazizeit überall in Europa Menschen gab, die sich aktiv - wider jeder Naziideologie - für jüdische Menschen einsetzten. Leider lässt sich unter den 525 Deutschen keine Person aus Halle finden (das Lexikon der Gerechten für Deutschland und Österreich ist im historischen Schularchiv vorhanden).

Weiterführende Links:
- Übersichtsplan (deutsch) zur Gedenk- und Dokumentationsstätte Yad Vashem
- Yad Vashem auf Youtube (deutsch)
- Datenbank der Gerechten unter den Nationen
- Beispiel für ein Holocaustopfer, für das ein Gedenkblatt ausgefüllt wurde (Bela Feuchtwanger, Schwester von Martin und Louis Feuchtwanger; war einige Jahre beim Verlag ihres Bruders Martin in Halle tätig und wurde von Prag nach Theresienstadt deportiert)

Hinweis: seit diesem Jahr gibt es die Yad Vashem-Website auch in deutsch. Allerdings sind nicht alle Unter-Seiten auf deutsch verfügbar. Eine Recherche in englischer Sprache ist deshalb ebenfalls sinnvoll.

[Bk 28-04-13]

Zu den Fotos:1+2 Eingangsbereich 
3+7 Blick vom Hügel
4 In der Gedenkhalle
5+6 Im Garten der Gerechten
8 Partisanenpanorama
9 Deportationswaggon
10 Israelische Jugendliche
Zu den Fotos:1 Janusz Korczak Denkmal
2 Kindergedenkstätte
3 Israelische Jugendliche im Tal der Gemeinden
Abbildung
Die Gruppe bei der Kranzniederlegung (Foto: U. Reisch)