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ZUM FüNFTEN MAL: EMIL-FACKENHEIM-PREIS VERLIEHEN

Die hiesige Jüdische Gemeinde vergibt seit dem Jahre 2003 den Emil-L.-Fackenheim-Preis für Toleranz und  Verständigung. Der Grund, darüber auf unseren Spurensuchen-Seiten zu berichten, liegt darin, dass Emil L. Fackenheim die Schule in unserem Hause besuchte und 1935 hier das Abitur ablegte.

Das Riehmsche Adressverzeichnis der Abiturienten des Stadtgymnasiums listet 4 Schüler mit dem Familiennamen Fackenheim auf und gibt die laufende Abiturientennummer mit an: Willy (Nr. 636), Julius (Nr. 676), E m i l (Nr. 1612) und Wolfgang (Nr. 1658). Der Abiturient mit der Nummer 1612 legte Ostern 1935 in der Klasse OIg das Abitur erfolgreich ab und wohnte in der Wettiner Str. 17. Aus der Sicht von 1937 (Erstellungsdatum des Adressverzeichnisses) wurde als Beruf angegeben: stud. theol. mos., Halle.  Der jüngere Bruder Wolfgang legte genau zwei Jahre später das Abitur an gleicher Stelle ab und gehört damit zum letzten Abiturientenjahrgang, der ein Abiturzeugnis mit der Schulbezeichnung "Stadtgymnasium zu Halle a.d. Saale" erhielt.

1999 wurde Emil Fackenheim die Ehrendoktorwürde der Universität Halle verliehen. Er reiste aus Israel an und besuchte auch ein letztes Mal seine ehemalige Schule (ein Foto von E. Fackenheim vor dem Schulgebäude findet man in seiner englischsprachigen Autobiografie).

Über Fackenheims Leben und besonders die Beschreibung seiner Schulzeit zu Beginn der Nazizeit in unserem Schulhaus wurde hier berichtet.  

In diesem Jahr wurde der Preis an zwei Schulen Sachsen-Anhalts verliehen, die Schulprojekte in Verbindung mit jüdischen Friedhöfen realisierten. Dies sind das Philanthropinum Dessau ("Gedenkstätte in Wörlitz am Jüdischen Friedhof, Geschichte und Übersetzung der Grabsteine") und die Sekundarschule Harzgerode ("Verwandlung der Gedenkstätte des Jüdischen Friedhofs in Harzgerode"). Ein Religionslehrer a.D. aus Dessau und der Orstbürgermeister von Harzgerode erläuterten die Projekte, die - kurz gesagt- darin bestanden, an der Stelle eines nicht mehr existierenden jüdischen Friedhofes noch auffindbare Grabsteine wieder würdevoll aufzustellen bzw. den durch Vandalismus zerstörten Gedenkstein auf einem anderen jüdischen Friedhof wieder herzurichten. Die beteiligten Schüler recherchierten jüdische Familiengeschichten, die mit der Regionalgeschichte eng verwoben sind.  

Beide Schule tragen übrigens das Siegel "Schule ohne Rassismus" zu sein.

Wir, die wir uns in dem Schulgebäude befinden, in dem der spätere jüdische Philosoph Emil L. Fackneheim seine Schulzeit absolvierte, sollten dies als Ansporn nehmen, selbst einmal Kandidat für den Preis zu werden, der für die auch durch uns vertretenen Prinzipien der Toleranz und Verständigung vergeben wird.  

Zu den Fotos:
1 -Auszeichnung des Philanthropinums mit 1000 Euro
3 - Max Privorozki (Vors. ds Landesverbandes Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalts und der Jüdischen Gemeinde zu Halle (Saale)) bei seinen einleitenden Worten zur Preisverleihung 
4-  Grußwort Tobias Kogge (Beigeordneter für Jugend, Schule, Soziales und kulturelle Bildung der Stadt Halle (Saale))
5 -Foto aus der Präsentation der Dessauer Schule zur Gestaltung der Gedenkstätte an der Stelle des ehemaligen Jüdischen Friedhofs Wörlitz
6 - ehem. Religionslehrer des Philanthropinums, der die Projektidee erläutete
7 - Schülerin des Philanthropinums, die zum Projekt sprach
8 - Ortsbürgermeister von Harzgerode, der das Poejkt der Sekundarschule erläuterte
9 - Preisverleihung an die Sekundarschule Harzgerode
10 Foto aus der Präsentation des Projektes der Sekundarschule Harzgerode

Hinweis: Die englischsprachige Autobiografie Emil L. Fackenheims ist im historischen Schularchiv vorhanden.

Weiterführende Links:
- Artikel auf hallespektrum.de zur Peisverleihung

[Bk 02-11-14; Fotos Bk]