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STADTFüHRER HALLE AUS DEM JAHRE 1900

Herr Niestroj aus Halle hat dem historischen Schularchiv ca. 30 Publikationen zur Regionalgeschichte geschenkt, wofür wir ihm herzlich danken.
Darunter befindet sich der "Führer durch Halle a. S. und seine staatlichen und städtischen Einrichtungen und Anstalten" aus dem Jahre 1900, der vom Stadtbaurat Genzmer erstellt wurde. Dazu gehört auch ein Stadtplan ("Plan der Stadt Halle a/S, neu aufgenommen und gezeichnet vom Stadtbauamt"), der die Bausituation unseres Schulkomplexes gut zum Ausdruck bringt (s. Fotos 1 - 3). 

Foto 3

Zum Gebäude Nr. 109 (unsere Schule heute) heißt es im Stadtführer:
 
Das Schulwesen - Die höheren Lehranstalten - Das Gymnasium
Die beiden aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammenden Gymnasien, das "Lutherische" (Schola Halensis) und das "Gymnasium ilustre et regium", wurden 1806 von der königlich westfälischen Behörde mit dem Gymnasium der Franckeschen Stiftungen zur "Lateinischen Hauptschule" verschmolzen; so blieb Halle lange Zeit ohne städtisches Gymnasium. Die städtischen Behörden erweiterten jedoch die 1860 errichtete und noch heute als eine Vorbereitungsanstalt für das Gymnasium bestehende Vorschule zu einem Vollgymnasium, aus welchem im Jahre 1873 die erste Prüfung der Abiturienten abgehalten wurde.
Die städtische Oberrealschule
Wegen Überführung der in ein Realgymnasium verwandelten Realschule der Franckeschen Stiftungen schufen die städtischen Behörden eine städtische lateinlose Realschule mit 6 aufsteigenden Klassen und 7jährigem Kursus. Zu Ostern 1884 wurde die Anstalt  mit 2 untersten Parallelklassen im Gymnasialgebäude eröffnet, indessen schon im Jahre 1895 zu einer Oberrealschule erweitert, für welche neuerdings auch die Errichtung eines eigenen Schulgebäudes ins Auge gefasst ist.
 
Der zitierte Text erklärt, dass sich 1900 in unserem Gebäude nebem dem Stadtgymnasium auch die Städtische Oberrealschule befand, für die erst 1908 das Gebäude am heutigen Reileck fertiggestelt wurde.
Auf der Vergrößerung des Stadtplanes ist zu sehen, dass die Turnhalle noch nicht existierte. Eingezeichnet sind als Nebengebäude die beiden sogenannten Pavillons als Direktorenhäuser. Auch zu erkennen ist, dass der "Abtritt" als Gebäude schon nicht mehr existierte und dafür die Toilettentrakte an das Hauptgebäude angebaut worden waren.  

Gebäude in der Nähe:
Nr. 43 - Ständehaus und Landratsamt des Saalkreises
Nr. 151 - Martha-Haus
Nr. 67 - Feuerwehr-Depot
Nr. 38 - Walhalla-Theater


 Herr Niestroj hat eine kleine Excel-Datenbank mit regionalgeschichtlichen Daten für Halle angelegt, die hier mit seiner freundlichen Genehmigung als pdf-Datei veröffentlicht wird.
(ca. 3,9 MB)

In diesem Zusammenhang soll auf die Broschüre "Nicht ganz vollständige Notizen zur Geschichte der Stadt Halle von Oktober 1949 bis Oktober 1990" (Sonderheft der Zeitschrift für Heimatforschung, herausgegeben von Gursky/Lindner) hingewiesen werden, die im Historischen Schularchiv vorhanden ist. Der Autor ist Herr Michaelis aus Nietleben. 


[Bk 21-02-15]