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DER TOD DES SCHüLERS ALBERT PFIFFERLING

Frau Sabine Schwab (Schweiz) stieß bei Recherchen über ihre Vorfahren in Halle (Familie des Viehhändlers Julius Schwab) auf einen Artikel aus den Halleschen Nachrichten vom 16. Januar 1919, der ihr vom Stadtarchiv zur Verfügung gestellt wurde. Die Schwabs waren befreundet mit der Familie des Viehhändlers Albert Pfiferling, die zwei Söhne hatten, die wohl Schüler des Stadtgymnasiums waren. Im Zeitungsartikel heißt es:

„Ein unschuldiges Opfer der Unruhen in Halle, der 14 jährige Gymnasiast Albert Pfifferling aus der Franckestraße, der am Sonntagnachmittag bei den Schießereien am Riebeckplatz den Tod fand, wurde gestern Nachmittag auf dem israelitischen Friedhof bestattet. An der Feier, die nach herkömmliche Weise mit einem Sologesang des Kantors der Gemeinde eröffnet wurde, nahmen zahlreiche Angehörige der hiesigen jüdischen Gemeinde sowie eine Vertretung der Lehrer und Schüler des Stadtgymnasiums teil. In seiner ergreifenden Trauerrede, die sich frei von jeder Anklage hielt, zeichnete Rabbiner Dr. Kahlberg ein zu Herzen gehendes Bild des unschuldigen jungen Menschen, den ein tückisches Geschick aus einem blühenden Leben hinweggerafft habe. Der Friedhof stand während der Feier unter militärischem Schutz.“

Wir danken Frau S. Schwab für die Information.

[Bk 29-01-13]

Quelle: Zeitung Hallesche Nachrichten v. 16.01.1919 (Kopie Stadtarchiv Halle über Frau S. Schwab)